Alexandra Karentzos: Inszenierung einer neuen Epoche: Sezessionen versus Historismus
In der Kunst um 1900 stellen die Sezessionen, zuerst die Münchner, dann die Wiener Sezession, einen epochalen Einschnitt zur Schau, indem sie sich selbst vom Historismus abgrenzen. Sie bezeichnen das Vorherige als veraltet und profilieren sich auf diese Weise als Moderne. Zu fragen wäre allerdings, inwieweit diese Selbstreflexion der Kunst zugleich Prinzipien des Historismus fortschreibt. Verwenden die sezessionistischen Künstler nicht auch traditionelle Motive für ihre Plakate und Gemälde? In Anlehnung an einen gängigen Topos dient etwa Athena bei Franz von Stuck und Gustav Klimt als Schutzgöttin der Sezessionen. Die Vorkämpferin für das Neue wird aus dem Alten rekrutiert.Diese Epochenkonstruktion soll daraufhin untersucht werden, inwiefern die Abstoßung des Vergangenen mit seiner Adaption einhergeht. Durch diese Fokussierung lassen sich nicht zuletzt Rückschlüsse über die Modernität des Historismus und die Historizität der Moderne gewinnen.
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