Saskia von Hoegen: Pero López de Ayala (1332-1407) mittelalterlicher Chronist oder Renaissanceautor?

Pero López de Ayala ist u.a. der Verfasser von vier kastilischen Königschroniken über Pedro I, Enrique II, Juan I und Enrique III von Kastilien. Er erlebt und beschreibt eine Zeit der Umbrüche in Kastilien. Sein Berichtzeitraum von 1350 bis 1395 ist geprägt vom Machtkampf zwischen Feudalherren und Krone, in dessen Rahmen es zu einem Dynastiewechsel kommt. Das Erstarken der Städte, die die Krone stützen, trägt zum Zerfall der feudalen Gesellschafts- und Wertordnung bei. In Pero López de Ayalas Zeit fallen Kriege gegen die Mauren und die benachbarten Reiche auf der iberischen Halbinsel, insbesondere Portugal. Auch das Kirchenschisma und der Hundertjährige Krieg stehen in Wechselwirkung mit den Ereignissen in Kastilien. Die Chroniken von Pero López de Ayala sind sowohl inhaltlich als auch literarisch Spiegel seiner Zeit.

In der Literatur sind zahlreiche Versuche unternommen worden, diesen Autor - von mir in meiner Dissertation als "Autor des ausgehenden Mittelalters" bezeichnet - entweder dem Mittelalter oder der Renaissance zuzuordnen, daher der Titel des Vortrages: "Pero López de Ayala (1332-1407) mittelalterlicher Chronist oder Renaissanceautor?"

Eine solche Zuordnung wird jedoch dem Werk Pero López de Ayalas nicht gerecht. Vielmehr können die Chroniken als Beispiel dafür dienen, wie in einem Werk verschiedene Strömungen wirken, sich sowohl inhaltliche als auch darstellungstechnische Merkmale, die gemeinhin verschiedenen Epochen zugeordnet werden, finden. Daher möchte ich an den Chroniken von López de Ayala die Epochenproblematik veranschaulichen.

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